Malala lebte in Pakistan, einem Land, das elementare Kinderrechte, besonders für Mädchen, nicht beachtet.
Malala hat diese Missachtung nicht hingenommen, sondern sich empört, dass es ihr nicht erlaubt ist, zur Schule zu gehen. Malala hat nicht gehorcht.
Fast wäre sie dafür gestorben. Trotzdem ist sie nicht bereit, nachzugeben.

Malala hat ein Vorbild für ihre Form des Protests, Mahatma Gandhi.
Das ist sehr weise gewählt. Friedlicher Protest hält die eigene Person frei vom Vorwurf der Aggression. Und friedlicher Protest ist eine weltweit sehr geachtete Form des Protestes.

Aber es ist gefährlich und schwierig friedlich zu protestieren.

Für diejenigen, gegen die sich der Protest richtet, ist es meist unmöglich, mit gleichen Mitteln dagegen anzukämpfen.
In vielen Fällen wird darum friedlicher Protest mit Gewalt, Mord, Inhaftierung oder anderen Unterdrückungsmethoden beendet.
Das ist sehr gefährlich für alle, die friedlich protestieren wollen in einem gewaltbereiten Land.
Es ist zudem eine große persönliche Herausforderung, in einer aggressiven Welt friedlich zu bleiben.
Aggression ist eine menschliche Emotion.
Friedlich zu reagieren, wenn man mit Gewalt und Aggression gegen die eigene Person konfrontiert wird, ist ein Akt sehr großer Willenskraft.

Ein wichtiger Antrieb für Malalas Protest ist die Empörung über die Missstände in Pakistan.
Sie hat nicht den Konflikt gescheut, den sie mit der Forderung verursacht hat, den Mädchen ihres Landes Bildung zu ermöglichen . Sie hat nicht nach einem anderen Weg für sich selbst am Konflikt vorbei gesucht, um zu bekommen, was sie für Recht betrachtet.
Sie hat sich nicht versteckt, das Unrecht nicht als Schicksal genommen. Das werden viele andere Kinder und ihre Eltern in Pakistan getan haben. Es ist ein sehr verbreitetes Verhalten, sich selbst aus Ärger herauszuhalten. Unrechtssysteme leben zu einem großen Teil von der Angst der Menschen, etwas für sich selbst und für andere zu riskieren, um Verbesserungen zu erreichen.
Malala hat das System nicht auf diese Weise unterstützt, sondern brachte es mit ihrer Furchtlosigkeit in große Schwierigkeiten. So große Schwierigkeiten, dass sie fast dafür getötet worden wäre.

Diese Willenskraft und ihre Furchtlosigkeit machen Malala besonders und bewundernswert in unserer gewaltsamen Welt. Dass sie eine sehr junge Frau, fast noch ein Kind ist, macht das Ganze noch beeindruckender!

Malala wird Lehrer und Eltern haben, die sie gelehrt haben, so zu sein und die sie unterstützen, die ihr ermöglicht haben, heute in England zu leben und tatsächlich die Bildung zu bekommen, die sie sich gewünscht hat.  Der Friedensnobelpreis gehört darum ein wenig auch ihnen.

Es braucht viel Mut, um einem Kind in einer feindlichen Welt solche Fähigkeiten mit auf den Lebensweg zu geben.
Es wäre ein großes Signal dieses Friedensnobelpreises , wenn Eltern auf der ganzen Welt ermutigt würden, ihre Kinder zu  so starken und furchtlosen Menschen zu erziehen, wie Malala.

Die Welt hat heute und in der Zukunft eine Menge Herausforderungen und Aufgaben für so starke Persönlichkeiten.